AMEOS Hanse Klinikum Anklam stärkt strukturierte Betreuung
Adipositas ist eine chronische Erkrankung mit komplexen Ursachen und zählt zu den wesentlichen Risikofaktoren für die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes sowie weiterer Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen. Auch in Mecklenburg-Vorpommern ist ein deutlicher Anstieg entsprechender Diagnosen zu verzeichnen. Vor diesem Hintergrund gewinnen Beratungsstrukturen zunehmend an Bedeutung.
Das AMEOS Hanse Klinikum Anklam ist seit 2020 von der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) als „Klinik mit Diabetes im Blick“ zertifiziert – als erstes Krankenhaus der Akut- und Regelversorgung in Mecklenburg-Vorpommern. Diabetologische Aspekte werden hier in allen Behandlungsbereichen des Hauses berücksichtigt, sei es die routinemäßige Kontrolle der Blutzuckerwerte bei jeder Neuaufnahme, die Betreuung von Schwangeren mit Gestationsdiabetes, besondere Wundversorgung nach Operationen oder Empfehlungen zur medikamentösen Blutzuckereinstellung.
Die bereits bestehende diabetologische Kompetenz des Hauses durch die Diabetologin Dr. med. Urte Pieper und die Diabetesberaterin Winnie Neukirch wird nun um eine spezialisierte Adipositasberatung für stationäre Patientinnen und Patienten ergänzt. „Die Kombination aus zertifizierter Diabetesversorgung und spezialisierter Adipositasberatung ermöglicht eine noch engere Verzahnung von Diagnostik, Therapie und individueller Begleitung“, erklärt Dr. med. Urte Pieper, Oberärztin der Klinik für Innere Medizin und Diabetologin (DDG). „Wir denken ganzheitlich. Das ist besonders bei chronischen Stoffwechselerkrankungen, wie Diabetes und Adipositas, entscheidend“, so Pieper weiter.
Neben ernährungsmedizinischen Aspekten und Bewegungsstrategien informiert Winnie Neukirch bei der Adipositasberatung insbesondere zur langfristigen Stabilisierung des Stoffwechsels sowie zur Vermeidung von Folgeerkrankungen. „Unser Ziel ist es, gemeinsam mit den Betroffenen realistische, medizinisch fundierte und alltagstaugliche Strategien zu entwickeln“, so Winnie Neukirch, Diabetes- und Adipositasberaterin (DAG, DDG). Viele Beratungsangebote zu Adipositas seien entweder nur digital zugänglich oder schlicht zu weit weg. „Wir können wohnortnah und auf Betroffene zugeschnitten unterstützen, das ist ein großer Gewinn für die Region“, ergänzt Neukirch. Zur weiteren Behandlung der Adipositas könne in vorhandene regionale Netzwerke vermittelt werden. Auch Patientinnen und Patienten ohne manifeste Adipositas oder Diabetes profitieren von der Expertise des Hauses, etwa im Hinblick auf Wundheilung, postoperative Verläufe oder kardiovaskuläre Stabilität.
