Das AMEOS Klinikum St. Elisabeth Neuburg entwickelt in Zusammenarbeit mit der Koordinierungsstelle Bayern Demenz im Krankenhaus ein internes Konzept zum Umgang mit demenziell erkrankten Patientinnen und Patienten. 

Angesichts der wachsenden Zahl älterer Menschen, die von Demenz betroffen sind, kommt dem sensiblen Umgang mit dementen oder potenziell an Demenz erkrankten Patientinnen oder Patienten in der Krankenhausbehandlung eine immer größere Bedeutung zu.

Nicht nur die Medizin, sondern auch die Pflege steht bei dieser Patientengruppe vor besonderen Herausforderungen, um Anzeichen für eine Demenzerkrankung bereits bei der Aufnahme zu erkennen und auf alle Ausprägungsgrade demenzieller Erkrankungen zu reagieren. Denn wo Patientinnen und Patienten aufgrund einer somatischen Erkrankung oder beispielsweise wegen eines Knochenbruchs ins Krankenhaus eingeliefert werden, steht diese akute gesundheitliche Beeinträchtigung zuallererst im Fokus. Meist fällt erst in den Patienten- oder Angehörigengesprächen bzw. dem weiteren Behandlungsverlauf auf, dass es sich um einen Menschen mit einer demenziellen Beeinträchtigung handelt.

„In Bayern leben bereits heute rund 270.000 Menschen mit Demenz. Mit den zu erwartenden demografischen Veränderungen wird deren Anzahl weiter zunehmen und bis zum Jahr 2040 auf 380.000 Betroffene steigen. Darauf müssen wir uns in allen Bereichen der Gesellschaft einstellen – auch in den Krankenhäusern“, betont Klaus Holetschek, Bayerischer Staatsminister für Gesundheit und Pflege, in einer Presseinformation. Vor diesem Hintergrund wurde zum 1. April 2023 das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit vom Staatsministerium für Gesundheit und Pflege beauftragt, eine eigene Koordinierungsstelle Bayern für Demenz im Krankenhaus einzurichten.

Strategien im Umgang mit Demenz erlernen

„Um die Patientenversorgung in Neuburg noch besser zu gestalten, genau hinzusehen, Probleme zu erkennen und unsere Mitarbeitenden mit alltagspraktischen Werkzeugen und Fachwissen zur Demenz zu versorgen, war es unser Anliegen, am 12. Juli zusammen mit der zentralen Koordinierungsstelle für Demenz und unseren Mitarbeitenden den Startschuss für ein eigenes Neuburger Konzept zu setzen“, erläutert Barbara Yokota Beuret, Pflegedirektorin im AMEOS Klinikum St. Elisabeth Neuburg.

„Unser AMEOS Klinikum St. Elisabeth Neuburg ist für Neuburg und die Region Anlaufstelle bei allen akuten somatischen Erkrankungen. Diese Schlüsselrolle wird auch die besondere Expertise in der Pflege demenzkranker Menschen zukünftig weiter festigen.“

Barbara Yokota Beuret konnte für die erste Kick-off Veranstaltung und den gesamten Projektverlauf den Leiter der Koordinierungsstelle Bayern Demenz im Krankenhaus am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit als Referenten und fachlichen Begleiter gewinnen. Sie wird bis Ende des Jahres gemeinsam mit Dr. Harald Franck, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, und weiteren Repräsentanten des Behandlungsteams in Neuburg ein Konzept zum Umgang mit Demenz im Krankenhaus entwickeln und ab 2024 im Neuburger Krankenhaus umsetzen.

Der Gerontologe Dr. Winfried Teschauer, Leiter der Koordinierungsstelle Bayern Demenz im Krankenhaus, referierte in seinem Vortrag in Neuburg über aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse der Versorgung von Menschen mit Demenz in Krankenhäusern und gab damit richtungsweisende Impulse für die zukünftige praxisbezogene Umsetzung im Krankenhausalltag.

Dr. Alexander Sturm, Oberarzt der Inneren Medizin und der Neurologie, sprach gemeinsam mit Christina Wenninger, Projektleiterin und Pflegewissenschaftlerin im AMEOS Klinikum St. Elisabeth Neuburg, über die Delirvisite und stellte den Projektplan vor.

Die Konzeptentwicklung und interne Schulungsreihe umfasst eine Vielzahl von Themen, die von erfahrenen Fachleuten auf dem Gebiet der Demenzpflege präsentiert werden. Bei dem Konzept geht es unter anderem um die Erkennung und Behandlung von Demenzerkrankungen, den Umgang mit Verhaltenssymptomen, nicht-pharmakologische Interventionen und ethische Aspekte im Umgang mit Demenzpatienten.

Demenzsensible Maßnahmen wie eine Delirprophylaxe oder eine achtsame Patientenkommunikation, auch in Bezug auf die Gestaltung der Behandlungsprozesse und der Umgebung unter Einbeziehung von Angehörigen, Betreuenden oder Ehrenamtlichen können für die medizinische Behandlung und Pflege von Demenzerkrankten respektvolle und für alle Seiten gelingende Rahmenbedingungen schaffen.

Bildunterschrift:

Starten gemeinsam das Projekt "Demenz im Krankenhaus" am AMEOS Klinikum St. Elisabeth Neuburg (v.l. 1. Reihe): Chefarzt der Klinik für Innere Medizin Dr. Harald Franck, stellvertretende Krankenhausdirektorin Ann-Kathrin Schmidt, Pflegedirektorin Barbara Yokota Beuret, Dr. Winfried Teschauer, Gerontologe und Leiter der Koordinierungsstelle Bayern Demenz im Krankenhaus am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit und die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen der Koordinierungsstelle Eline Ruhnau und Meike Husken