Wie gelingt die Integration internationaler Auszubildender in der Pflege – und welche Rolle spielen Pflegeschulen dabei konkret? Mit diesen Fragen beschäftigt sich eine aktuelle wissenschaftliche Arbeit aus dem AMEOS Institut Nord in Eutin und liefert praxisnahe Antworten auf ein drängendes Zukunftsthema der Pflege.

Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen die Erfahrungen von Pflegeschulleitungen im Umgang mit der zunehmenden Gruppe einer internationalen Schülerschaft. Grundlage waren qualitative Interviews mit neun Pflegeschulleitungen aus Schleswig-Holstein. Die Relevanz des Themas wird auch durch aktuelle Zahlen unterstrichen: Laut dem Statistikamt Nord (Juli 2025) ist der Anteil ausländischer Auszubildender an Schleswig-Holsteins Gesundheitsschulen insgesamt gestiegen. In der Altenpflegehilfe liegt er bei 34 % und in der generalistischen Pflegeausbildung bei 30 %.

Die Ergebnisse der Arbeit zeigen deutlich: Integration ist kein Selbstläufer, sondern erfordert gezielte strukturelle und pädagogische Maßnahmen. Zu den entscheidenden Erfolgsfaktoren zählen insbesondere: systematische und kontinuierliche Sprachförderung, ein praxisnah gestalteter Unterricht, interkulturelle Sensibilisierung innerhalb der Einrichtungen sowie verlässliche Mentoren- und Patensysteme. Diese Elemente tragen maßgeblich dazu bei, sowohl den Ausbildungserfolg als auch die soziale Integration der Auszubildenden zu sichern.

„Die Gewinnung internationaler Auszubildender ist eine große Chance für die Pflege – gleichzeitig braucht es verlässliche Strukturen, um Integration und Ausbildungserfolg zu unterstützen. Mit meiner Arbeit wollte ich aufzeigen, dass die Pflegeschulleitungen dabei eine Schlüsselrolle spielen und welche Maßnahmen sich in der Praxis bewähren“, erklärt Mehtap Harsdorf, Leiterin der Pflegeschule am AMEOS Institut Nord Eutin. Sie hat damit ihr Masterstudium „Schulmanagement und Qualitätsentwicklung (M.A.)“ an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel erfolgreich abgeschlossen.

Die Studie mit dem Titel „Migration und Bildung: Eine Untersuchung des Einflusses von Schulleitungshandeln auf die soziale Integration und den Bildungserfolg von migrantischen Personen in der Pflegeausbildung“ soll veröffentlicht werden. Als praktische Orientierungshilfe für Pflegeschulen kann sie den Einrichtungen einen konkreten Leitfaden bieten, um internationale Auszubildende erfolgreich zu integrieren und zu begleiten. Und es zeigte sich, dass viele der identifizierten Bedürfnisse das Ausbildungspublikum im ländlichen Schleswig-Holstein insgesamt betreffen – einheimische Auszubildende eingeschlossen.

Auch Ute Stahl, Leitung des AMEOS Instituts Nord, betont: „Wir freuen uns sehr über diese herausragende Leistung. Frau Harsdorf verbindet wissenschaftliche Expertise mit großer praktischer Erfahrung in der Pflegeausbildung. Ihre Arbeit liefert wichtige Impulse für Pflegeschulen und zeigt, wie Integration in der Ausbildung erfolgreich gestaltet werden kann.“