Hitzewallungen während einer Besprechung, schlaflose Nächte vor einem Arbeitstag oder Konzentrationsprobleme im Büro: Für viele Frauen gehören solche Situationen während der Wechseljahre zum Alltag. Dennoch sprechen Betroffene häufig nicht darüber. Aus Sorge im Berufsleben als weniger belastbar oder leistungsfähig wahrgenommen zu werden, verschweigen viele Frauen ihre Beschwerden oder führen sie zunächst auf Stress zurück. Das AMEOS Reha Klinikum Ratzeburg möchte auf die häufig unterschätzte Lebensphase aufmerksam machen und Frauen ermutigen, Beschwerden frühzeitig gynäkologisch abklären zu lassen.
„Die Wechseljahre sind keine Krankheit, sondern ein neuer Lebensabschnitt. Trotzdem fällt es vielen Frauen schwer, Beschwerden anzusprechen, insbesondere im Berufsleben. Häufig besteht die Sorge, als weniger belastbar oder leistungsfähig wahrgenommen zu werden. Dabei betreffen die Wechseljahre jede Frau. Ein offener Umgang damit würde vielen Betroffenen helfen“, sagt Dr. Nina Bock, Chefärztin für Gynäkologie im AMEOS Reha Klinikum Ratzeburg.
Frauen, deren Wechseljahresbeschwerden den Alltag oder das Berufsleben erheblich beeinträchtigen, werden im AMEOS Reha Klinikum Ratzeburg im Rahmen der gynäkologischen Rehabilitation ganzheitlich begleitet. Individuell abgestimmte Therapiekonzepte verbinden medizinische Expertise mit Bewegungstherapie, Ernährungsberatung, Entspannungsverfahren und psychologischer Unterstützung. Ziel ist es, Beschwerden nachhaltig zu lindern und Frauen dabei zu unterstützen, ihre Lebensqualität sowie ihre körperliche und seelische Gesundheit zu stärken.
Die hormonellen Veränderungen beginnen häufig bereits ab dem 40. Lebensjahr und können sich über mehrere Jahre erstrecken. Während einige Frauen kaum Beschwerden verspüren, leiden andere unter Schlafstörungen, Hitzewallungen, Erschöpfung, Konzentrationsproblemen oder Stimmungsschwankungen. Auch Veränderungen des Menstruationszyklus können erste Hinweise auf die Wechseljahre sein. Da sich die Beschwerden meist schleichend entwickeln, werden sie häufig dem beruflichen oder privaten Stress zugeschrieben. „Viele Frauen befinden sich in einer Lebensphase, in der sie beruflich stark eingebunden sind, gleichzeitig Kinder begleiten und sich zunehmend um pflegebedürftige Eltern kümmern. Diese Mehrfachbelastung kann Wechseljahresbeschwerden verstärken. Deshalb betrachten wir in der gynäkologischen Beratung immer die gesamte Lebenssituation der Patientin“, erklärt Dr. Bock.
Gerade weil die Beschwerden sehr unterschiedlich ausgeprägt sein können, gibt es keine allgemeingültige Behandlung. Regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, eine gute Schlafhygiene und gezielte Entspannung können bereits dazu beitragen, Beschwerden zu lindern. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, stehen – abhängig von der individuellen Situation – weitere medizinische Behandlungsmöglichkeiten bis hin zu einer Hormonersatztherapie zur Verfügung. Welche Therapie infrage kommt, sollte immer gemeinsam mit einer Frauenärztin oder einem Frauenarzt entschieden werden.
„Wechseljahresbeschwerden sind häufig medizinisch gut erklärbar und in vielen Fällen gut behandelbar. Betroffene sollten sich Unterstützung holen und mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt sprechen. Niemand sollte das Gefühl haben, mit diesen Herausforderungen allein zurechtkommen zu müssen“, betont Dr. Bock. „Ich wünsche mir mehr Offenheit, mehr Wissen und vor allem mehr Verständnis. Die Wechseljahre sind kein Makel und keine Krankheit, sondern ein neuer Lebensabschnitt.“
