Starke Regelschmerzen werden noch immer häufig als „normal“ eingeordnet – obwohl sie auf ein komplexes gynäkologisches Krankheitsbild hinweisen können: Endometriose. Von dieser chronisch-entzündlichen, östrogenabhängigen Erkrankung, bei der Gewebe, ähnlich der Gebärmutterschleimhaut, außerhalb der Gebärmutter wächst, sind in Deutschland schätzungsweise zwischen zwei und vier Millionen Frauen betroffen. „Typisch sind nicht nur starke zyklusabhängige Schmerzen“, erklärt Dr. med. Slawomir Linkowski, Leitender Oberarzt der Klinik Frauenheilkunde und Geburtshilfe am AMEOS Hanse Klinikum Anklam.
Welche Symptome können auftreten?
„Viele Patientinnen berichten über chronische Unterbauchschmerzen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, beim Wasserlassen oder Stuhlgang, ausgeprägte Erschöpfung oder unerfüllten Kinderwunsch. Das Beschwerdebild ist oft vielgestaltig und nicht immer eindeutig zuzuordnen“, so der Mediziner. Diese Variabilität erschwert die Einordnung – darum wird Endometriose auch das „Chamäleon der Gynäkologie“ genannt. Gerade aufgrund der komplexen Symptomatik braucht es spezialisierte Erfahrung in Diagnostik und Therapie. Eine solche strukturierte Endometriose- Expertise ist am AMEOS Hanse Klinikum Anklam gebündelt. Neben ausführlicher Anamnese und spezialisierter Ultraschalldiagnostik gilt die operative Abklärung mittels Laparoskopie weiterhin als Goldstandard. Dennoch vergehen im Durchschnitt drei bis elf Jahre bis zur gesicherten Diagnose.
Diagnostik und Therapie
„Ein zentrales Problem ist die Verharmlosung der Symptome. Schmerzen, die den Alltag einschränken, sollten immer ernst genommen und fachärztlich abgeklärt werden“, so Linkowski, der seit nahezu zehn Jahren auf die Behandlung von Endometriose spezialisiert ist. Am AMEOS Hanse Klinikum Anklam werden Diagnostik, konservative Therapieoptionen, operative Verfahren und ambulante Nachsorge aus einer Hand angeboten. Die Behandlung wird dabei individuell an Beschwerdebild, Lebensphase und etwaige Familienplanung angepasst. Ein besonderer Vorteil für Patientinnen in der Region ist die kontinuierliche Betreuung durch einen festen Ansprechpartner – vom Erstgespräch über eine mögliche operative Therapie bis zur langfristigen Versorgung. „Mein Anspruch ist es, medizinische Expertise mit persönlicher Begleitung zu verbinden“, betont der Arzt. „Patientinnen sollen sich gut informiert, ernst genommen und langfristig gut beraten fühlen.“
Mit zunehmender medialer Aufmerksamkeit wächst das Bewusstsein für das Krankheitsbild, gleichzeitig halten sich Mythen. Dass mit der Diagnose Endometriose zwangsläufig Unfruchtbarkeit einhergehe, sei ein gängiger Irrtum, stellt Linkowski klar: „Unfruchtbarkeit oder Schwierigkeiten, schwanger zu werden, treten bei der Erkrankung drei- bis fünffach so häufig auf. Entscheidend sind aber Ausprägung, Lokalisation der Herde und individuelle Faktoren. Endometriose bedeutet nicht gleich Kinderlosigkeit.“ Für viele Betroffene heißt eine spezialisierte Betreuung vor Ort vor allem eines: kürzere Wege, klare Ansprechpartner und eine Behandlung, die nicht bei der Diagnose endet.
Ambulante Sprechstunde
Dienstag zwischen 8:00 Uhr und 10:00 Uhr sowie nach Vereinbarung
Terminvereinbarung über das Sekretariat unter Tel.: 03971 834 5200
Von Felix Naundorf für Ausgabe April/2026 der FUER UNS
