Drei Wochen Reha können viel verändern: wieder sicherer gehen, eine Treppe selbstständig bewältigen, eine längere Strecke zurücklegen oder mit neuer Zuversicht nach Hause zurückkehren. Eine onkologische Rehabilitation ist deshalb weit mehr als Erholung. Im AMEOS Reha Klinikum Ratzeburg geht es darum, die Folgen einer Krebserkrankung gezielt zu behandeln und gemeinsam konkrete Ziele für den Alltag zu erreichen.

Am Anfang steht eine ausführliche Betrachtung der individuellen Situation. Welche körperlichen Einschränkungen bestehen? Was belastet im Alltag? Und was soll sich bis zum Ende der Rehabilitation verändern? Auf dieser Grundlage werden gemeinsam mit den Rehabilitanden konkrete Ziele festgelegt und die passenden Therapien zusammengestellt. „Eine onkologische Reha ist kein Erholungsurlaub. Wir schauen zunächst genau hin, welche körperlichen und seelischen Einschränkungen bestehen und was für die Rehabilitandin oder den Rehabilitanden im Alltag wichtig ist. Daraus entwickeln wir die Rehabilitationsziele und den passenden Therapieplan“, erklärt Dr. Claus Bolling, Chefarzt der Klinik für Onkologie, Gynäkologie und Urologie im AMEOS Reha Klinikum Ratzeburg.

Was anschließend auf dem Therapieplan steht, ist ganz individuell. Bewegung und Training können ebenso dazugehören wie Atemtherapie, Ergotherapie, Entspannung oder spezielle Anwendungen. Über die drei Wochen hinweg wird immer wieder geschaut, wie sich die Rehabilitanden entwickeln und ob die Therapie angepasst werden muss. „Wir versuchen nicht, möglichst viele Therapien in einen Tag zu packen. Entscheidend ist, was die einzelne Person tatsächlich braucht und was ihr auch nach der Reha im Alltag weiterhilft“, sagt Jana Hübner, Leiterin der Therapie im AMEOS Reha Klinikum Ratzeburg. Dabei sind es oft kleine Veränderungen, die einen großen Unterschied machen. Eine neue Atemtechnik erleichtert die Bewegung. Eine Übung zeigt, wie sich Beschwerden im Alltag besser bewältigen lassen. In der Ergotherapie entsteht eine konkrete Lösung für eine Herausforderung am Arbeitsplatz. „Unsere Therapeutinnen und Therapeuten geben viele Tipps zu Bewegung und Haltung. Wenn die Rehabilitanden diese ausprobieren und merken, dass etwas leichter wird, gibt es oft ein echtes ‚Aha‘“, sagt Hübner.

Eine Krebserkrankung kann Menschen nicht nur körperlich, sondern auch emotional fordern. Erschöpfung, Unsicherheit oder die Frage, wie es im Alltag und Berufsleben weitergeht, können die Rückkehr in das gewohnte Leben erschweren. Deshalb gehören auch diese Aspekte zur ganzheitlichen Rehabilitation. „Manchmal kommen Rehabilitanden mit einem Rollator zu uns und können am Ende wieder sicherer ohne ihn gehen“, sagt Dr. Bolling. „Wenn sich die körperliche Funktion verbessert, kann das auch emotional viel bewirken.“

Ob die drei Wochen erfolgreich waren, zeigt sich am Ende vor allem daran, was wieder möglich ist. Für den einen bedeutet das, die Treppe zur eigenen Wohnung zu schaffen. Für die andere, eine bestimmte Gehstrecke zu bewältigen, sich wieder besser konzentrieren zu können oder eine berufliche Aufgabe auszuführen. Die Ziele sind so unterschiedlich wie die Menschen, die zur Rehabilitation kommen.

„Für mich ist die Reha erfolgreich, wenn Menschen zuversichtlich nach Hause gehen und selbst überrascht sind, was sie in diesen drei Wochen geschafft haben“, sagt Hübner. „Wenn sie merken, dass sie selbst etwas verändern können und Bewegung oder andere gute Gewohnheiten wieder einen festen Platz in ihrem Alltag bekommen, nehmen sie etwas Wichtiges mit nach Hause.“