Ob Grillabend, Stadtfest oder Festival – für viele Menschen gehört Alkohol im Sommer selbstverständlich dazu. Gerade in der warmen Jahreszeit verschwimmen die Grenzen zwischen gelegentlichem Genuss und riskantem Konsum schnell. Sie kann deshalb ein guter Anlass sein, das eigene Trinkverhalten bewusst im Blick zu behalten. Gleichzeitig gilt: Alkoholabhängigkeit ist kein saisonales Phänomen, sondern kann Menschen das ganze Jahr über betreffen.
„Im Sommer wird Alkohol bei vielen Gelegenheiten ganz selbstverständlich angeboten. Dadurch fällt oft nicht auf, wie regelmäßig oder wie viel tatsächlich konsumiert wird“, sagt Jasmin Bock, Chefärztin am AMEOS Klinikum Kiel.
Problematisch könne es werden, wenn Alkohol zunehmend zur Gewohnheit werde oder bestimmte Situationen ohne Alkohol kaum noch vorstellbar seien. Auch wer regelmäßig mehr trinke als geplant oder Alkohol gezielt nutze, um Stress oder belastende Gefühle zu bewältigen, sollte das eigene Konsumverhalten kritisch hinterfragen.
„Eine Abhängigkeit entwickelt sich meist schleichend. Veränderungen frühzeitig wahrzunehmen und bei Unsicherheiten Unterstützung zu suchen, ist ein wichtiger Schritt“, so Jasmin Bock.
Dabei muss niemand auf sommerliche Geselligkeit verzichten. Die Auswahl an alkoholfreien Getränken ist heute größer denn je und ermögliche einen bewussten Genuss. Gerade an heißen Tagen ist das sinnvoll: Alkohol entzieht dem Körper Flüssigkeit und kann den Kreislauf zusätzlich belasten. Ausreichend Wasser und alkoholfreie Alternativen helfen, gesundheitliche Risiken zu verringern.
„Entscheidend ist, dass Alkohol eine bewusste Entscheidung bleibt und nicht zur Selbstverständlichkeit wird – im Sommer ebenso wie im restlichen Jahr. Wer Veränderungen beim eigenen Konsum bemerkt oder von Angehörigen darauf angesprochen wird, sollte dies ernst nehmen und sich beraten lassen“, betont Jasmin Bock.
Warnsignale für einen problematischen Alkoholkonsum:
- Alkohol gehört selbstverständlich zu fast jeder Freizeitaktivität.
- Es wird häufiger oder mehr getrunken als geplant.
- Alkohol dient dazu, Stress oder belastende Gefühle zu bewältigen.
- Alkohol wird eingesetzt, um den eigenen Antrieb zu verbessern.
- Aufgaben im Alltag werden aufgrund des Konsums nicht mehr erfüllt.
- Freizeit oder Feiern machen ohne Alkohol kaum noch Freude.
- Angehörige oder Freunde sprechen den Alkoholkonsum an.
- Nach dem Konsum von Alkohol treten zunehmend Schuldgefühle auf.
- Nach dem Trinken kommt es wiederholt zu Erinnerungslücken, Konflikten oder riskanten Situationen.
Das AMEOS Klinikum Kiel bietet suchtmedizinische Diagnostik und Behandlung an. Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen können hier ambulant, ganztägig ambulant und stationär behandelt werden. Für Patientinnen und Patienten, die eine qualifizierte Entgiftungsbehandlung benötigen, steht ebenfalls das entsprechende Angebot am AMEOS Klinikum Lübeck – Klinik für Abhängigkeitserkrankungen sowie an den AMEOS Klinika Neustadt und Heiligenhafen zur Verfügung.
