Ein plötzlicher Herz-Kreislauf-Stillstand kann jeden Menschen treffen – und dann zählt jede Minute. Doch auch bei Herzerkrankungen gibt es Unterschiede zwischen Frauen und Männern, die für Diagnostik und Behandlung eine wichtige Rolle spielen. Diese beiden Themen standen im Mittelpunkt einer Veranstaltung des AMEOS Klinikums Schönebeck bei der Stadtverwaltung Schönebeck.

Zum Auftakt informierte Dr. med. Karl-Heinz Binias, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, Kardiologie und internistische Intensivmedizin am AMEOS Klinikum Schönebeck, in einem Vortrag über die Herzgesundheit von Frauen. Denn Herzerkrankungen können sich bei Frauen teilweise anders zeigen als bei Männern. Für das AMEOS Klinikum Schönebeck ist es daher wichtig, diese Unterschiede in der medizinischen Versorgung zu berücksichtigen und bei Diagnostik und Behandlung auf die jeweiligen Besonderheiten zu achten.

Im Anschluss stand die Wiederbelebung im Mittelpunkt. Unter dem Motto „Prüfen – Rufen – Drücken“ lernten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung, was im Falle eines plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstands zu tun ist. Bereits nach wenigen Minuten ohne ausreichende Sauerstoffversorgung können schwere Schäden entstehen. Umso wichtiger ist es, dass auch medizinische Laien wissen, wie sie im Notfall richtig handeln.

Im Mittelpunkt stand die Frage: Was kann ich tun, wenn ein Mensch plötzlich nicht mehr reagiert und nicht mehr normal atmet? Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernten, einen Herz-Kreislauf-Stillstand zu erkennen, den Rettungsdienst zu alarmieren und unmittelbar mit der Herzdruckmassage zu beginnen. Denn bis professionelle Hilfe eintrifft, können Ersthelferinnen und Ersthelfer mit zwei Händen entscheidend dazu beitragen, die Überlebenschancen eines Betroffenen zu verbessern.

Dr. Binias vermittelte die notwendigen Schritte anschaulich und praxisnah. Anschließend konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Erlernte selbst an Trainingspuppen ausprobieren. Dabei ging es nicht nur um die richtige Durchführung der Herzdruckmassage, sondern auch darum, Berührungsängste abzubauen und Sicherheit für den Ernstfall zu gewinnen.

„Im Notfall muss es schnell gehen. Niemand sollte Angst haben, etwas falsch zu machen und deshalb gar nichts zu tun. Wer einen Herz-Kreislauf-Stillstand erkennt, den Notruf absetzt und sofort mit der Herzdruckmassage beginnt, kann wertvolle Zeit überbrücken“, erklärt Dr. Binias.

Dass Reanimationswissen nicht nur im medizinischen Bereich, sondern auch im Alltag wichtig ist, unterstreicht Uwe Scholz, Stellvertretender Bürgermeister der Stadt Schönebeck: „Bei einem medizinischen Notfall zählt jede Minute. Deshalb ist es wichtig, dass wir wissen, was im Ernstfall zu tun ist und uns dieses Wissen regelmäßig wieder ins Gedächtnis rufen. Ein Reanimationskurs gibt Sicherheit und kann im entscheidenden Moment helfen, ein Menschenleben zu retten. Ich finde es daher sehr wichtig, dass solche Auffrischungskurse auch innerhalb der Stadtverwaltung angeboten und von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern genutzt werden.“

Die Schulung wurde von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung mit großem Interesse angenommen. Neben den Vorträgen und praktischen Übungen blieb Raum für Fragen und den gemeinsamen Austausch. So konnten sowohl medizinische Besonderheiten als auch konkrete Abläufe für einen möglichen Notfall besprochen und direkt eingeübt werden.

Denn Wissen über Herzgesundheit und Wiederbelebung kann im entscheidenden Moment helfen – unabhängig davon, ob es um die Prävention, die richtige Behandlung oder schnelle Hilfe im Notfall geht.
 

Foto: AMEOS

BU: Dr. med. Karl-Heinz Binias und Uwe Scholz bei der Reanimation im Rathaus in Schönebeck.
 

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