Anlässlich des Internationalen Tag gegen Drogenmissbrauch am 26. Juni macht das AMEOS Klinikum Seepark Geestland auf die Bedeutung frühzeitiger Hilfe bei Suchterkrankungen aufmerksam. Die Zahl der Drogentoten in Deutschland bewegt sich weiterhin auf einem besorgniserregend hohen Niveau. Im Jahr 2024 starben bundesweit 2.137 Menschen an den Folgen des Konsums illegaler Drogen. Doch auch der Konsum legaler Substanzen fordert seinen Tribut mit z.B. 14.500 alkoholkrankheitsbedingten Toten im Jahr 2024. 

Suchterkrankungen zählen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen und betreffen Menschen aller Altersgruppen und sozialen Schichten. Neben den körperlichen Folgen führen sie häufig auch zu schweren psychischen Störungen, wie Psychosen, eigen- und fremdaggressivem Verhalten, Vernachlässigung aller psychosozialen Belange sowie depressiven Syndromen. Viele Betroffene geraten in einen Kreislauf aus Abhängigkeit, sozialem Rückzug und gesundheitlicher Verschlechterung.

„Eine Suchterkrankung ist mehr als ein mangelnder Wille, mit dem Konsum aufzuhören“, erklärt Prof. Dr. med. Dunja Hinze-Selch, Chefärztin am AMEOS Klinikum Seepark Geestland, einer Fachklinik für Psychiatrie und Psychotherapie. „Suchterkrankung entwickelt sich immer da, wo Stressbelastungen die funktionalen Bewältigungsmechanismen einer Person übersteigen und ein Substanzkonsum Erleichterung schafft. Da eine solche Wirkung nur vorübergehend ist, muss der Konsum immer wiederholt werden, da das Gehirn diese Strategie als schnell und gut wirksam abspeichert. So muss ein betroffener Mensch immer wieder und weiter konsumieren, um Wohlbefinden, Abschalten, Entspannung zu erleben.“ 

Viele suchtkranke Menschen versuchen zunächst, ihren Konsum eigenständig zu beenden. Doch insbesondere bei einer fortgeschrittenen körperlichen und psychischen Abhängigkeit sind die Entzugssymptome häufig so ausgeprägt, dass professionelle Unterstützung erforderlich wird. Bei Alkoholabhängigkeit kann der eigenständige Entzug potentiell sogar tödlich enden. Im AMEOS Klinikum Seepark Geestland steht hierfür eine spezialisierte Station für Abhängigkeitserkrankungen zur Verfügung.

Die qualifizierte Entzugsbehandlung umfasst neben der medizinischen Begleitung auch psychotherapeutische Einzel- und Gruppengespräche sowie die Behandlung möglicher körperlicher und psychischer Begleiterkrankungen. Ziel ist es, den Patientinnen und Patienten einen sicheren und nachhaltigen Weg in ein suchtmittelfreies Leben zu ermöglichen. 
„Um körperliche Entzugssymptome zu lindern und gleichzeitig die psychischen Ursachen und Folgen der Abhängigkeit zu behandeln, bietet der stationäre qualifizierte Entzug die besten Voraussetzungen“, so Prof. Dr. Hinze-Selch. 

Neben der Behandlung spielt auch die Prävention eine wichtige Rolle. Ein stabiles soziales Umfeld, offene Gespräche über Probleme und eine frühzeitige Inanspruchnahme von Beratungs- und Hilfsangeboten können entscheidend dazu beitragen, eine Abhängigkeit zu verhindern oder frühzeitig zu erkennen.
„Der bestmögliche Schutz vor der Entwicklung einer Suchterkrankung ist ein soziales Umfeld, das unterstützend einwirkt, bevor sich Probleme verfestigen“, betont die Medizinerin. 

Der Internationale Weltdrogentag erinnert jährlich daran, die Situation suchtkranker Menschen stärker in den gesellschaftlichen Fokus zu rücken und bestehende Hilfsangebote bekannter zu machen. Das AMEOS Klinikum Seepark Geestland unterstützt Betroffene und Angehörige mit einem umfassenden suchtmedizinischen und psychiatrischen Behandlungsangebot.