Fehmarn. Vor zehn Jahren fiel auf Fehmarn der Startschuss für ein besonderes Behandlungsangebot: die Interdisziplinäre Schmerzmedizin. Seitdem haben zahlreiche Patientinnen und Patienten aus Schleswig-Holstein und weit darüber hinaus auf der Insel neue Perspektiven im Umgang mit chronischen Schmerzen gewonnen. Zum Jubiläum blickt das Team des interdisziplinären Schmerzzentrums (ISZ) am AMEOS Klinikum Fehmarn auf zehn erfolgreiche Jahre zurück.
Als die schmerzmedizinische Abteilung 2016 unter der Leitung von PD Dr. med. habil. Peter Iblher aufgebaut wurde, standen zunächst nur wenige Behandlungsplätze zur Verfügung. Was mit einer zweiwöchigen multimodalen Schmerztherapie begann, entwickelte sich in den vergangenen zehn Jahren zu einer überregional anerkannten Einrichtung mit einem dreiwöchigen Therapieprogramm. Die multimodale Schmerztherapie gilt als die wissenschaftlich am besten untersuchte und empfohlene Behandlungsform für chronische Schmerzen. Sie verbindet medizinische, psychotherapeutische sowie physio-, ergo- und kreativtherapeutische Ansätze und setzt auf die enge Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen.
Dass diese Arbeit wirkt, zeigen die vielen Rückmeldungen ehemaliger Patientinnen und Patienten. Eine Geschichte ist Chefarzt PD Dr. med. habil. Peter Iblher in Erinnerung geblieben: „Eine niedergelassene ärztliche Kollegin berichtete mir von einer Patientin, die sich nach ihrer dreiwöchigen Behandlung in unserer Klinik einen kleinen Schlüssel als Anhänger für ihre Kette besorgte – als Erinnerung an dieses Schlüsselerlebnis, das ihr Leben nachhaltig positiv verändert hat. Das sind Rückmeldungen, die uns sehr freuen und in unserer Arbeit täglich motivieren.“ Für den Schmerzmediziner sind es genau diese Erfahrungen, die den Erfolg der vergangenen zehn Jahre ausmachen. „Patienten und Zuweiser wissen, dass man mit Schmerzen gut bei uns aufgehoben ist“, so der Chefarzt der interdisziplinären Schmerzmedizin.
Zum Erfolg der Klinik trägt insbesondere der interdisziplinäre Ansatz bei. Ärztinnen und Ärzte, spezialisierte Schmerzpflegekräfte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie Fachkräfte aus Physio-, Ergo- und Kreativtherapie arbeiten eng zusammen und entwickeln individuelle Behandlungskonzepte. Auch die Behandlungsangebote wurden kontinuierlich weiterentwickelt und um Verfahren wie Hypnotherapie, Akupunktur, Biofeedback und Meditation ergänzt. „Unsere große Stärke ist die hohe Behandlungsqualität auf Augenhöhe und dass unsere Patientinnen und Patienten aktiv mit eingebunden werden“, sagt Christoph Wieseler, Leitender Psychotherapeut der Interdisziplinären Schmerzmedizin.
Nach zehn erfolgreichen Jahren auf Fehmarn beginnt zugleich ein neues Kapitel: Die Interdisziplinäre Schmerzmedizin wird ab 2027 an das AMEOS Klinikum Oldenburg wechseln. Mit dem Umzug kann auch die Behandlungskapazität erweitert werden. Gleichzeitig profitiert die Schmerzmedizin von einer noch engeren Zusammenarbeit mit anderen Fachabteilungen.
Das gesamte Team wird diesen Weg gemeinsam gehen. „Wir freuen uns jetzt auch richtig darauf, dort loszulegen“, sagt Schwester Monique, die seit vielen Jahren als Pain Nurse eine wichtige Ansprechpartnerin für die Patientinnen und Patienten ist. Die vergangenen zehn Jahre haben gezeigt, wie wichtig spezialisierte Schmerzmedizin für die Lebensqualität vieler Menschen ist. Für das Team der Interdisziplinären Schmerzmedizin steht deshalb fest: Die Erfolgsgeschichte soll auch am neuen Standort weitergeschrieben werden.
