Ob Badeausflug, Fahrradtour oder Grillabend: In den Sommermonaten treten auch in der Urlaubsregion Ostholstein vermehrt typische Freizeitunfälle und hitzebedingte Beschwerden auf. Die Zentrale Notaufnahme des AMEOS Klinikums Oldenburg informiert deshalb über die häufigsten Sommernotfälle und gibt gemeinsam mit ihrem Chefarzt für Akut- und Notfallmedizin, Jan Klinkenstein, Hinweise, wie sich Risiken im Alltag reduzieren lassen.
Zu den häufigsten Gründen für eine Vorstellung in der Notaufnahme zählen nach Erfahrung des Teams insbesondere Fahrrad- und E-Bike-Unfälle, Bade- und Wassersportunfälle sowie hitzebedingte Beschwerden. Aber auch Schnittverletzungen beim Grillen oder allergische Reaktionen nach Insektenstichen gehören in den Sommermonaten zum Alltag der Notaufnahme. „Gerade an warmen Wochenenden sehen wir vermehrt Patientinnen und Patienten nach Fahrradstürzen, Badeunfällen oder mit hitzebedingten Beschwerden. Viele unterschätzen die körperliche Belastung bei hohen Temperaturen oder die Geschwindigkeit eines E-Bikes. Dabei lassen sich zahlreiche Notfälle mit einfachen Maßnahmen vermeiden“, erklärt Jan Klinkenstein, Chefarzt für Akut- und Notfallmedizin am AMEOS Klinikum Oldenburg.
Besondere Aufmerksamkeit gilt den steigenden Temperaturen. Hohe Außentemperaturen und intensive Sonneneinstrahlung können insbesondere bei älteren Menschen, Kindern und Menschen mit Vorerkrankungen zu Kreislaufproblemen, Hitzeerschöpfung oder einem Sonnenstich führen. Auch am Wasser ist Aufmerksamkeit gefragt: Kinder sollten niemals unbeaufsichtigt schwimmen, und Erwachsene ihre körperlichen Grenzen realistisch einschätzen. Beim Stand-up-Paddling, Segeln oder Schwimmen in offenen Gewässern können Erschöpfung oder plötzliche Wetterumschwünge zusätzliche Risiken bergen.
Insbesondere E-Bike-Unfälle spielen in den Sommermonaten eine zunehmend wichtige Rolle. Die höheren Geschwindigkeiten und das oft ungewohnte Fahrverhalten können zu schweren Verletzungen führen. Das Tragen eines Helms kann das Risiko schwerer Kopfverletzungen deutlich reduzieren. Die Mitarbeitenden der Zentralen Notaufnahme empfehlen daher, insbesondere an heißen Tagen auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten, direkte Mittagssonne möglichst zu meiden und Kinder am Wasser niemals aus den Augen zu lassen. Auch auf kurzen Strecken sollte beim Fahrradfahren oder auf dem E-Bike konsequent ein Helm getragen werden.
„Warnzeichen wie Schwindel, Übelkeit, starke Kopfschmerzen oder Verwirrtheit sollten insbesondere bei Hitze ernst genommen werden. Unser Rat lautet: Lieber einmal zu viel pausieren und ausreichend trinken, als den Urlaub aufgrund gesundheitlicher Beschwerden vorzeitig beenden zu müssen“, so Jan Klinkenstein, Chefarzt für Akut- und Notfallmedizin am AMEOS Klinikum Oldenburg.
Wann sollte die 112 gewählt werden?
Bei Bewusstlosigkeit, Atemnot, starken Blutungen, schweren Stürzen oder Anzeichen eines Hitzschlags, beispielsweise Verwirrtheit, Krampfanfällen oder einer deutlich erhöhten Körpertemperatur, sollte umgehend der Rettungsdienst unter der Telefonnummer 112 verständigt werden.
Besonders in einer stark besuchten Ferienregion wie Ostholstein gilt jedoch: Nicht jede Erkrankung oder Verletzung muss in der Notaufnahme behandelt werden. Bei Beschwerden, die nicht eindeutig einem lebensbedrohlichen Notfall zuzuordnen sind, ist der ärztliche Bereitschaftsdienst unter der bundesweit einheitlichen Rufnummer 116117 oder jede Hausarztpraxis die richtige erste Anlaufstelle. Dort erhalten Betroffene eine erste medizinische Einschätzung und werden bei Bedarf an die passende Versorgung vermittelt.
Die Zentrale Notaufnahme des AMEOS Klinikums Oldenburg ist an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr für die Versorgung akuter Notfälle im Einsatz und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur medizinischen Versorgung in der Region.
