Vom Freiwilligen Sozialen Jahr zur Pflegefachkraft: Jens’ Weg
Er wusste nach der Schule nicht, wohin. Kein klares Ziel, keine fertige Antwort. Was er hatte, war die Bereitschaft, einfach anzufangen. Ein Freiwilliges Soziales Jahr am AMEOS Klinikum Bernburg sollte es erstmal sein. Orientierung suchen, Praxis sammeln, schauen, was kommt. Was kam, hat sein Leben verändert.
Schüchtern. Frisch aus der Schule. Und plötzlich mittendrin.
2015 betritt Jens Knetsch zum ersten Mal die Stationen des AMEOS Klinikums Bernburg. Er ist 19, frisch von der Schule, und nach eigener Aussage eher zurückhaltend, fast schüchtern. Die Aufgaben auf Station? Noch unklar. Die Gesichter? Unbekannt. Die Unsicherheit? Deutlich spürbar.
Dann passiert etwas, das viele beschreiben, die in der Pflege angefangen haben: Die Kolleginnen und Kollegen lassen ihn nicht allein. Nicht mit aufmunternden Phrasen, sondern mit echter, handfester Unterstützung. Schritt für Schritt, Aufgabe für Aufgabe. Eine Kollegin erklärt, ein Kollege zeigt, jemand nimmt sich Zeit. Und genau das macht den Unterschied.
Der Moment, in dem er wusste: Das ist meins
Im Laufe des Freiwilligen Sozialen Jahres verändert sich etwas. Die Unsicherheit weicht, nicht weil die Arbeit leichter wird, sondern weil Jens merkt, was ihn wirklich anzieht: die Arbeit mit den Patientinnen und Patienten. Die Nähe. Die Verantwortung. Das Gefühl, gebraucht zu werden und den Unterschied zu spüren, den man im Alltag eines Menschen machen kann.
Als das Freiwillige Soziale Jahr endet, ist die Entscheidung gefallen. Er bewirbt sich für die Ausbildung zum Krankenpflegehelfer, ebenfalls am AMEOS Klinikum Bernburg. Denn warum woanders anfangen, wenn man bereits weiß, dass man hier seinen Platz gefunden hat?
Respekt hatte er. Natürlich. Vor der Verantwortung, vor den Anforderungen, vor allem, was dieser Beruf mit sich bringt. Aber durch die strukturierte Begleitung der zentralen Praxisanleiter und der Kolleginnen und Kollegen auf Station gewinnt er Sicherheit, eine, die bleibt. Aus dem schüchternen Freiwilligen wird jemand, der seinen Weg kennt und ihn selbstbewusst geht.
„Ohne die Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen wäre ich heute nicht da, wo ich jetzt bin.“
Das ist kein Satz aus der Hochglanzbroschüre. Das ist eine ehrliche Aussage von jemandem, der genau weiß, wovon er spricht.
Wachsen, wo man anfängt
Nach dem Abschluss als Krankenpflegehelfer hätte Jens aufhören können. Er hatte einen Berufsabschluss, hatte Erfahrung, hatte bewiesen, was in ihm steckt. Aber er hört nicht auf. Nach der Ausbildung war für ihn klar, dass er sich weiterentwickeln möchte.
Also macht er weiter. Diesmal die Ausbildung zur Pflegefachkraft, wieder am AMEOS Klinikum Bernburg. Nicht weil es das Nächstliegende war. Sondern weil er sich dort aufgehoben fühlt. Weil er die Kolleginnen und Kollegen kennt, die Abläufe versteht, weil er weiß, dass er hier nicht nur funktionieren, sondern wachsen kann.
Die Ausbildung selbst erlebt Jens als praxisnah und durchdacht. Theorie und Praxis greifen ineinander, nicht als zwei getrennte Welten, sondern als echtes Miteinander. Fragen werden beantwortet, nicht irgendwann, sondern dann, wenn sie entstehen. Die zentralen Praxisanleiter nehmen sich die Zeit und erklären so lange, bis man es wirklich verstanden hat. Das klingt selbstverständlich. Ist es aber nicht überall.
Angekommen. Und noch lange nicht am Ziel.
Jens ist heute 28 Jahre alt und arbeitet als Pflegefachkraft auf der Geriatrie 4 am AMEOS Klinikum Bernburg. Ab Juni beginnt er die Weiterbildung zum Praxisanleiter, wieder am gleichen Haus, in dem alles begonnen hat. Neun Jahre später.
Den Moment, auf den er besonders stolz ist? Der Abschluss seiner Ausbildung zur Pflegefachkraft. „Das hat mir gezeigt, was ich erreichen kann.“ Ein Satz, der mehr trägt, als er auf den ersten Blick vermuten lässt. Weil dahinter neun Jahre stecken. Neun Jahre Entwicklung, Entscheidungen, Zweifeln und Ankommen.
Jungen Menschen, die überlegen, ob Pflege etwas für sie sein könnte, gibt er einen klaren Rat: einfach ausprobieren. Ein Freiwilliges Soziales Jahr, ein Praktikum, ein erster Schritt. „Es ist ein abwechslungsreicher und sinnvoller Beruf, in dem man viel dazulernen kann.“
Jens hat damals genau das getan. Ohne großen Plan, ohne fertige Antwort. Einfach angefangen.
(Vielleicht ist das auch für dich der richtige erste Schritt.)
AMEOS Klinikum Bernburg
Maria Müller, Pflegedirektorin
maria.mueller@ameos.de
+49 (0)3471 34 1574
