Neuroorthopädische Chirurgie bei Lähmungen
Lähmungen und neurologisch bedingte Bewegungsstörungen können zu Fehlstellungen, Muskelungleichgewichten und erheblichen Einschränkungen der Mobilität führen. Häufig sind Gehen, Stehen oder gezielte Bewegungen nur eingeschränkt möglich.
In unserer Klinik für Orthopädie, Unfall- und Rheumachirurgie behandeln wir Patientinnen und Patienten mit spastischen und schlaffen Lähmungen durch individuell abgestimmte operative Verfahren. Ziel ist es, die Beweglichkeit zu verbessern, Fehlstellungen zu korrigieren und die Selbstständigkeit im Alltag zu fördern.
Wann ist eine Operation notwendig?
Die Behandlung erfolgt zunächst konservativ, beispielsweise durch Physiotherapie, Orthesen oder medikamentöse Maßnahmen.
Ein operativer Eingriff kann notwendig werden, wenn:
- sich Muskelverkürzungen (Kontrakturen) entwickeln
- Fehlstellungen die Funktion erheblich beeinträchtigen
- Gehen oder Stehen eingeschränkt ist
- konservative Maßnahmen keine ausreichende Verbesserung bringen
Ziel ist es, die vorhandene Funktion zu erhalten oder zu verbessern.
Häufige Ursachen neurologischer Bewegungsstörungen
Neuroorthopädische Eingriffe werden bei verschiedenen Erkrankungen durchgeführt, darunter:
- Frühkindliche Hirnschädigungen (z. B. Zerebralparese)
- Verletzungen des Gehirns oder der Wirbelsäule
- Chronische Nervenerkrankungen (z. B. hereditäre Neuropathien)
- Lähmungen nach Unfällen oder Erkrankungen
Diese Erkrankungen führen häufig zu einem Ungleichgewicht der Muskulatur.
Spastische und schlaffe Lähmungen
Unterschiede
- Spastische Lähmungen:
Die Muskulatur ist dauerhaft angespannt, was zu Verkürzungen und Fehlstellungen führt. - Schlaffe Lähmungen:
Es besteht ein Kraftverlust ohne Muskelspannung, wodurch Bewegungen nicht mehr ausreichend ausgeführt werden können.
Die operative Behandlung richtet sich nach der jeweiligen Form der Lähmung.
Operative Behandlung
Unsere Schwerpunkte
Die neuroorthopädische Chirurgie umfasst verschiedene, oft kombinierte Verfahren:
- Sehnenverlängerungen zur Reduktion von Muskelverkürzungen
- Sehnenverlagerungen zur Verbesserung der Muskelzugrichtung
- Sehnendurchtrennungen zur Korrektur von Fehlstellungen
- Korrekturosteotomien zur Achsenkorrektur
- Versteifungsoperationen (Arthrodesen) zur Stabilisierung
Häufig werden mehrere Eingriffe kombiniert, um die bestmögliche Funktion zu erreichen.
Ziel der neuroorthopädischen Behandlung
- Verbesserung von Gehfähigkeit und Standstabilität
- Korrektur von Fehlstellungen
- Reduktion von Schmerzen
- Erleichterung der Pflege und Alltagsbewältigung
- Erhalt oder Wiederherstellung von Bewegungsfunktionen
Besonderheiten unserer Klinik
- Spezialisierung auf neuroorthopädische Eingriffe
- Erfahrung in der Behandlung komplexer Lähmungsbilder
- Individuelle Therapieplanung
- Enge Zusammenarbeit mit Physiotherapie und Rehabilitation
FAQs Neuroorthopädie
Häufige Fragen zur neuroorthopädischen Chirurgie
Die Neuroorthopädie beschäftigt sich mit der Behandlung von Bewegungsstörungen, die durch Erkrankungen des Nervensystems verursacht werden. Ziel ist es, Fehlstellungen zu korrigieren und die Bewegungsfähigkeit zu verbessern.
Bei einer spastischen Lähmung sind die Muskeln dauerhaft angespannt. Dies führt zu Verkürzungen und Fehlstellungen, die die Beweglichkeit einschränken.
Bei einer schlaffen Lähmung fehlt die Muskelspannung. Die betroffenen Muskeln können nicht ausreichend aktiviert werden, was zu Funktionsverlust führt.
Wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichen und Fehlstellungen oder Funktionsverluste bestehen, kann eine Operation helfen, die Beweglichkeit zu verbessern.
Durch die Verlängerung verkürzter Sehnen kann die Beweglichkeit verbessert und Fehlstellungen korrigiert werden.
Dabei werden Sehnen so umgesetzt, dass sie eine andere Funktion übernehmen und Bewegungen gezielt verbessern.
Da Bewegungsstörungen oft mehrere Muskelgruppen betreffen, ist häufig eine Kombination verschiedener Eingriffe notwendig, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.
Die Nachbehandlung ist entscheidend für den Erfolg. Physiotherapie und Rehabilitation helfen, die erzielten Verbesserungen dauerhaft zu sichern.