Das AMEOS Klinikum Haldensleben setzt in der Radiologie zunehmend auf den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI). Mit der Software „Gleamer“ unterstützt eine moderne Technologie die Ärztinnen und Ärzte bei der Auswertung von Röntgenbildern mit spürbaren Vorteilen für Patientensicherheit und Behandlungsqualität.
Die Einführung der KI folgt auf eine erfolgreiche Testphase am AMEOS Klinikum Halberstadt. „Dort wurde das System intensiv geprüft und hat sehr gute Ergebnisse geliefert. Diese positiven Erfahrungen haben uns überzeugt, die Technologie auch in Haldensleben einzusetzen“, erklärt Chefarzt Stefan Schreiber, der die Implementierung maßgeblich vorangetrieben hat.
Seit rund einem Jahr ist die KI nun im Einsatz und hat sich im klinischen Alltag bewährt. Besonders bei der Erkennung von Frakturen, Pneumonien, Pleuritis oder auch lebensbedrohlichen Krankheitsbildern wie einem Pneumothorax zeigt das System seine Stärken. „Die KI ist eine sehr zuverlässige Unterstützung. Sie erkennt viele Befunde äußerst sicher und hilft uns, auch schwierige Fälle besser zu beurteilen“, so Schreiber. Gerade für junge Assistenzärztinnen und Assistenzärzte bietet die Technologie eine wertvolle zusätzliche Absicherung. Für sie ist die KI eine wichtige Unterstützung im Alltag und funktioniert wie eine zusätzliche Zweitmeinung.
Neben der diagnostischen Sicherheit trägt die Software auch zur Effizienzsteigerung bei. Aufwendige Messungen, etwa in der Wirbelsäulendiagnostik oder bei orthopädischen Fragestellungen, werden automatisiert durchgeführt. Auch die Bestimmung des Knochenalters bei Kindern oder die Analyse von Fehlstellungen wie Hallux valgus erfolgen zuverlässig im Hintergrund. „Das spart enorm viel Zeit und ermöglicht es uns, uns noch stärker auf die individuelle Patientenversorgung zu konzentrieren“, ergänzt Facharzt für Radiologie Dustin Weigelt.
Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass Auffälligkeiten weniger übersehen werden. „Gerade bei subtilen Befunden, wie etwa kleinen Frakturen oder komplexen Winkelmessungen, kann die KI Hinweise geben, die sonst möglicherweise untergehen würden“, erklärt Schreiber. Die Fehlerquote sei dabei sehr gering, die Software arbeite insgesamt äußerst präzise. Dabei bleibt die ärztliche Verantwortung stets zentral. „Die finale Entscheidung über den Befund liegt immer beim Radiologen. Die KI liefert uns wertvolle Hinweise, aber die medizinische Einordnung des Gesamtbildes erfolgt durch den Arzt“, stellt Schreiber klar.
Für die Patientinnen und Patienten bedeutet der Einsatz der KI vor allem eines: mehr Sicherheit. „Unser Ziel ist es, Diagnosen noch schneller und verlässlicher zu stellen, damit die richtige Therapie ohne Verzögerung eingeleitet werden kann. Die KI ist dabei ein wichtiger Baustein“, sagt Schreiber.
Die anfängliche Skepsis gegenüber der neuen Technologie sei mittlerweile einer klaren Zustimmung gewichen. „Wir sehen die KI nicht als Ersatz, sondern als sinnvolle Ergänzung ärztlicher Expertise. Die positiven Effekte im Alltag haben uns absolut überzeugt, so Schreiber weiter.
Aufgrund der guten Erfahrungen ist bereits geplant, den Einsatz der KI-Technologie gruppenweit in allen AMEOS Standorten zu etablieren.
Foto: AMEOS
BU: Chefarzt Stefan Schreiber (rechts) wertet gemeinsam mit seinem Kollegen Dustin Weigelt Röntgenbilder seiner Patienten mit KI-gestützter Software aus.
