Ende Januar soll vor dem AMEOS Klinikum Osnabrück eine Kundgebung der Gruppe „No Lager“ stattfinden. Hintergrund ist eine unangekündigte polizeiliche Abholung aus dem Krankenhaus im Zusammenhang mit einer Abschiebung am 28. Januar 2025.
Das AMEOS Klinikum Osnabrück stellt dazu klar: Krankenhäuser erfüllen einen medizinischen Versorgungs- und Pflegeauftrag. Das Klinikum ist kein rechtsfreier Raum, sondern handelt auf Grundlage des geltenden Rechts und befolgt behördliche Anordnungen. Eine Entscheidungs- oder Vollzugsbefugnis in ausländerrechtlichen Verfahren besteht nicht.
Die öffentliche Zuschreibung einer Mitverantwortung für unangekündigte ausländerrechtliche Maßnahmen ist sachlich unzutreffend und adressiert zudem die falsche Institution. Solche Darstellungen schaden dem Ruf des Hauses massiv, und – was noch schwerer wiegt – belasten unsere Mitarbeitenden und Patientinnen und Patienten persönlich und in einem besonders sensiblen Umfeld massiv. Das ist unverantwortlich.
„Unsere Aufgabe als Krankenhaus ist die medizinische und pflegerische Versorgung, der wir stets und umfassend nachkommen, und nicht die Bewertung, Durchführung oder Verhinderung ausländerrechtlicher Maßnahmen“, sagt Jens Betker, Krankenhausdirektor des AMEOS Klinikums Osnabrück. „Wir handeln im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben und auf Grundlage rechtsstaatlicher Prinzipien sowie medizin-fachlicher Erfordernisse. Dabei schützen wir zugleich Patientinnen und Patienten sowie unsere Mitarbeitenden. Diese pauschalen Vorwürfe, Verunglimpfungen und persönlichen Beleidigungen unserer Mitarbeitenden verurteilen wir auf das Schärfste. Zudem stehen gerade wir als Krankenhaus für Vielfalt und stellen uns ganz klar gegen Rassismus.“
Im Rahmen der Kundgebung sollen Transparente gezeigt werden (laut Bericht der taz vom 18.01.2026), die das Klinikum pauschal mit staatlichem Handeln in der Abschiebungspraxis oder mit diskriminierenden Motiven in Verbindung bringen. Diese Unterstellungen sind sachlich unzutreffend, rufschädigend und unerhört; sie werden weder dem Wertekanon noch den tatsächlichen Abläufen und dem Auftrag des AMEOS Klinikum Osnabrück gerecht. Wir weisen die Vorwürfe ausdrücklich zurück.
Als Krankenhaus steht das AMEOS Klinikum Osnabrück für eine Gesundheitsversorgung, die sich an medizinischer Notwendigkeit, fachlichen Standards und der Würde jedes Menschen orientiert – unabhängig von Herkunft, Aufenthaltsstatus oder Lebenssituation.
In unserer Belegschaft arbeiten Menschen mit unterschiedlichen Biografien, Sprachen und kulturellen Hintergründen eng zusammen, Menschen, ohne die unsere Arbeit gar nicht möglich wäre; auch die Patientinnen und Patienten bringen unterschiedlichste kulturelle Prägungen und Lebenslagen mit. Respekt, ein professionelles Miteinander und der Schutz von Privatsphäre und Persönlichkeitsrechten sind dabei zentrale Leitlinien unseres Handelns.