Was ursprünglich lediglich als zeitlich begrenzte Station geplant war, entwickelte sich für Dr. phil. Claudia Schulz zu einer langfristigen beruflichen Perspektive. Heute leitet sie den Psychologischen Dienst am AMEOS Klinikum Osnabrück und schätzt besonders die fachliche Vielfalt, den Gestaltungsspielraum und die enge Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Berufsgruppen. Ihr Weg begann mit einem Diplomstudium der Psychologie. Ausschlaggebend für ihre Studienwahl war das große Interesse an der menschlichen Psyche. Anschließend verbrachte sie mehr als neun Jahre in der psychologischen Grundlagenforschung im Bereich der kognitiven und affektiven Neurowissenschaften. Sie schloss in dieser Zeit ihre Promotion ab und beschäftigte sich später unter anderem mit Angststörungen, Zwangsstörungen und Autismus-Spektrum-Störungen. 

Parallel begann sie ihre psychotherapeutische Ausbildung. Für das dafür notwendige Psychiatriejahr kam sie schließlich an das AMEOS Klinikum Osnabrück. Ursprünglich war vorgesehen, danach an die Universität zurückzukehren und ihre Habilitation fortzusetzen. Doch es kam anders. „Mir hat die Arbeit hier so gut gefallen, dass ich geblieben bin“, berichtet Dr. phil. Schulz. Besonders überzeugt hätten sie die hohe Wertschätzung gegenüber dem Psychologischen Dienst, die fachliche Eigenständigkeit und das gute Miteinander zwischen den Berufsgruppen.

Abwechslungsreiche Aufgaben

Heute verantwortet Dr. phil. Claudia Schulz einen vielseitigen Aufgabenbereich. Neben der Führung ihres großen Teams gehören sowohl strategische Projekte als auch kurzfristige Lösungen für Herausforderungen im Klinikalltag zu den Tätigkeiten. Genau diese Mischung macht ihre Arbeit für sie besonders spannend. Psychologinnen und Psychologen sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten übernehmen am AMEOS Klinikum Osnabrück ein hohes Maß an Verantwortung. Durch die eigenständige Fallführung und die enge Einbindung des Fachbereichs in die klinischen Strukturen können sie Behandlungen aktiv mitgestalten. Eine Besonderheit ist für Dr. phil. Schulz zudem die Größe der Berufsgruppe sowie die Tatsache, dass die Leitung des Psychologischen Dienstes bereits seit vielen Jahren fester Bestandteil in der ärztlich-psychologischen Leitungsrunde des Klinikums ist. Dadurch werden fachliche und psychotherapeutische Perspektiven auch bei übergeordneten Entscheidungen berücksichtigt.

Unterschiedliche Ansichten als Bereicherung

Ein zentraler Bestandteil der täglichen Tätigkeit ist die multiprofessionelle Zusammenarbeit. In der Psychiatrie treffen unterschiedliche fachliche Sichtweisen aufeinander. Ärztlicher, psychologisch-psychotherapeutischer und pflegerischer Dienst sowie weitere Berufsgruppen wie bspw. Spezialtherapeuten betrachten die Situation der Patientinnen und Patienten jeweils aus einer eigenen Perspektive. „Diese unterschiedlichen Ansichten sind unglaublich bereichernd“, erklärt Frau Dr. Schulz. Gleichzeitig könne der Austausch herausfordernd sein, wenn verschiedene Einschätzungen aufeinandertreffen. Entscheidend sei dann, offen miteinander zu sprechen und gemeinsam nach der besten Lösung zu suchen. Gerade solche Situationen sind Dr. phil. Claudia Schulz besonders in Erinnerung geblieben. Immer wieder habe sie erlebt, wie Konflikte innerhalb eines Stationsteams aufgearbeitet und gelöst werden konnten. Wenn danach wieder ein gutes Miteinander möglich sei, zeige sich, wie stark ein Team durch gegenseitiges Vertrauen und ehrlichen Austausch werden könne.

Führung durch Transparenz

Gute Führung bedeutet vor allem Transparenz, Kollegialität und die Einbindung unterschiedlicher Sichtweisen. Mitarbeitende sollen Unterstützung erhalten, gleichzeitig aber auch die Möglichkeit haben, Verantwortung zu übernehmen und eigene Ideen einzubringen. Am AMEOS Klinikum Osnabrück bestehen dafür zahlreiche fachliche und persönliche Entwicklungschancen. Abhängig vom jeweiligen Tätigkeitsfeld können Mitarbeitende beispielsweise Weiterbildungen in EMDR zur Behandlung von Traumafolgestörungen oder in der Dialektisch-Behavioralen Therapie bei Störungen der Emotionsregulation absolvieren. Darüber hinaus gibt es Möglichkeiten, sich als Supervisorin oder Supervisor, als Dozentin oder Dozent sowie in einer leitenden psychologischen Funktion auf einer Station weiterzuentwickeln. Entscheidend ist dabei nicht nur die fachliche Qualifikation. Auch Offenheit, Neugier, Verantwortungsbewusstsein und Freude am multiprofessionellen Miteinander spielen eine wichtige Rolle.

Wertschätzung als Grundlage

Neben einem kollegialen Team ist für Dr. phil. Claudia Schulz insbesondere Wertschätzung ein entscheidender Faktor für langfristige Zufriedenheit im Beruf. Diese könne im Alltag teilweise sogar bedeutsamer sein als finanzielle Anreize. Am AMEOS Klinikum Osnabrück erlebt sie Anerkennung sowohl innerhalb des eigenen Teams als auch in der Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen. Kolleginnen und Kollegen erhalten die Chance, sich aktiv an der Entwicklung von Stationskonzepten und Behandlungsangeboten zu beteiligen und eigene fachliche Ideen einzubringen. Wer über einen Jobwechsel nachdenkt, findet hier aus ihrer Sicht ein Umfeld mit viel Abwechslung, Gestaltungsspielraum und vielfältigen Perspektiven. Gleichzeitig entstehen durch die unterschiedlichen Fachbereiche und Krankheitsbilder immer wieder neue Herausforderungen, an denen Mitarbeitende persönlich und beruflich wachsen können.

Wachsende Verantwortung, neue Chancen

Für die kommenden Jahre geht Dr. phil. Claudia Schulz davon aus, dass der Stellenwert psychologischer und psychotherapeutischer Berufsgruppen in psychiatrischen Einrichtungen weiter steigen wird. Gründe dafür sind unter anderem die neue fachpsychotherapeutische Weiterbildung sowie veränderte gesetzliche und strukturelle Anforderungen. Diese Entwicklung müsse aktiv mitgestaltet werden. Das Gesundheitswesen stehe vor der Aufgabe, auch unter zunehmend anspruchsvollen Rahmenbedingungen eine leitliniengerechte und qualitativ hochwertige Behandlung sicherzustellen. Psychologinnen und Psychologen sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten seien dafür hervorragend ausgebildet.

Für die Zukunft am AMEOS Klinikum Osnabrück sieht Dr. phil. Claudia Schulz daher viele Chancen. Sie freut sich darauf, gemeinsam mit ihrem Team neue Aufgaben anzugehen, bestehende Strukturen weiterzuentwickeln und auch auf Herausforderungen zu reagieren, die heute noch gar nicht absehbar sind. Eines steht für sie bereits fest: Langweilig wird die Arbeit im Psychologischen Dienst auch in Zukunft nicht.