Die Zahl pflegebedürftiger Kinder und Jugendlicher in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren mehr als verdoppelt – von rund 150.000 im Jahr 2017 auf über 345.000 im Jahr 2023. Diese Entwicklung stellt das Gesundheitssystem vor erhebliche Herausforderungen und macht innovative Lösungen in der Qualifizierung von Pflegefachpersonen erforderlich.

Der Handlungsbedarf ist groß und es stellt sich die Frage: Wie kann die Versorgung pflegebedürftiger Kinder und Jugendlicher auch in Zukunft sichergestellt werden? Diese Herausforderung stand im Mittelpunkt des Workshops „Coopetition – Gemeinsam Fachkräfte für die Pflege von Kindern und Jugendlichen gewinnen“.

Das Konzept zu der Veranstaltung wurde von der Arbeitsgruppe Weiterbildung in der Pflege, Arbeitsgruppe Didaktik der Pflege und Gesundheitsberufe der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel erstellt. Mitveranstalter war das Institut für berufliche Aus- und Fortbildung (IBAF) und Austragungsort das AMEOS Institut Nord – Eutin. Ziel war es, gemeinsam neue Ansätze zu entwickeln, um dringend benötigte Fachkräfte für die pädiatrische Pflege zu gewinnen und langfristig zu sichern.

Zu den mehr als 20 Teilnehmenden des Workshops zählten unter anderem Prof. Dr. Wolfgang von Gahlen-Hoops von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel sowie Maria Lüdeke, Oberin der DRK-Schwesternschaften Kiel und Flensburg. Gemeinsam mit weiteren Fachleuten diskutierten sie zentrale Fragestellungen: An welchen Übergängen gehen aktuell Fachkräfte für die pädiatrische Pflege verloren? Welche Qualifizierungsformate könnten landesweit gemeinsam entwickelt werden, anstatt isoliert zu entstehen? Welche strukturellen Voraussetzungen braucht es, um eine nachhaltige Kooperation in Schleswig-Holstein zu etablieren?

Ein besonderer Fokus lag auf der Frage, ob und wie eine landesweite Anschlussqualifizierung für die Pflege von Kindern und Jugendlichen umgesetzt werden kann. Bereits bestehende Programme zeigen, dass es tragfähige Ansätze gibt, die weiterentwickelt und für eine größere Zielgruppe verfügbar gemacht werden können.

Die Teilnehmenden waren sich einig: Nur durch enge Zusammenarbeit und abgestimmte Bildungsangebote kann es gelingen, ausreichend qualifizierte Fachkräfte für diesen sensiblen Bereich zu gewinnen. Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen auch in Zukunft eine qualitativ hochwertige und verlässliche Pflege zu ermöglichen.

Ute Stahl, Leiterin AMEOS Institut Nord und Mitglied der Arbeitsgruppe Weiterbildung in der Pflege, betont die gesellschaftliche Bedeutung des Themas: „Die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit komplexem Pflegebedarf ist eine Aufgabe, die wir nur gemeinsam bewältigen können. Wenn wir heute in kluge Qualifizierung und Kooperation investieren, sichern wir die bestmögliche Behandlung der jüngsten und zugleich verletzlichsten Patientinnen und Patienten von morgen.“