Wenn Menschen ungewollt Gewicht verlieren, weniger Appetit haben, weniger essen und in Folge zunehmend an Kraft einbüßen, steckt nicht immer nur eine vorübergehende Schwäche dahinter. Auch eine Mangelernährung kann die Ursache sein und sie bleibt häufig lange unbemerkt. Anlässlich der diesjährigen Malnutrition Awareness Week vom 9. bis 13. November macht das AMEOS Klinikum Aschersleben auf ein Gesundheitsproblem aufmerksam, das insbesondere ältere Menschen und Menschen mit schweren oder chronischen Erkrankungen betrifft.

Mangelernährung bedeutet, dass der Körper nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt wird und mit messbaren Veränderungen einher geht. Sie ist nicht allein am Körpergewicht zu erkennen: Auch Menschen mit Normalgewicht oder Übergewicht können mangelernährt sein. 

Wenn das Essen zur Herausforderung wird

Die Gründe für eine Mangelernährung sind vielfältig. Krankheiten können den Energie- und Eiweißbedarf erhöhen, während Schmerzen, Übelkeit, Schluckbeschwerden oder bestimmte Medikamente den Appetit und die Nahrungsaufnahme beeinträchtigen. Bei älteren Menschen können zudem Einschränkungen beim Einkaufen und Kochen, Einsamkeit oder Veränderungen des Geschmacks- und Geruchssinns eine Rolle spielen.

„Ein ungewollter Gewichtsverlust sollte immer ernst genommen werden. Wenn jemand über längere Zeit weniger isst, anfängt Mahlzeiten auszulassen oder spürbar an Kraft verliert, lohnt es sich, genauer hinzusehen und sollte ärztlich abgeklärt werden. Gerade bei an Krebs erkrankten Menschen kann sich der Ernährungszustand schnell verschlechtern mit erheblichen Auswirkungen auf die weitere Therapie und Lebensqualität“, sagt Andreas Buchhart, Ernährungstherapeut am AMEOS Klinikum Aschersleben.

Die Folgen gehen weit über den Gewichtsverlust hinaus: Fehlt dem Körper Energie und Eiweiß, wird auch Muskelmasse abgebaut. Betroffene fühlen sich schwächer, werden infektanfälliger, sind weniger belastbar und können an Selbstständigkeit verlieren. Bei Erkrankungen kann eine unzureichende Nährstoffversorgung außerdem die Genesung erschweren und das Risiko für Komplikationen erhöhen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin weist darauf hin, dass etwa jede fünfte Person im Krankenhaus von Mangelernährung betroffen ist. 

Früh erkennen und gezielt unterstützen

Umso wichtiger ist es, Warnzeichen rechtzeitig zu erkennen. Dazu zählen insbesondere:

  • ungewollter Gewichtsverlust,
  • Appetitlosigkeit,
  • eine auffällig geringe Nahrungsaufnahme,
  • zunehmende Schwäche und nachlassende Muskelkraft,
  • Schwierigkeiten beim Kauen oder Schlucken

Bei solchen Veränderungen sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Eine strukturierte Einschätzung des Ernährungszustands kann helfen, ein Risiko frühzeitig festzustellen. Je nach Ursache kommen unterschiedliche Maßnahmen infrage – beispielsweise eine Anpassung der Mahlzeiten, eine gezielte Anreicherung der Nahrung oder eine oral bilanzierte Diät (OBD). Wichtig ist, die Behandlung auf die individuelle Situation und die zugrunde liegende Erkrankung abzustimmen. 

Am AMEOS Klinikum Aschersleben arbeitet die Ernährungstherapie eng mit den medizinischen Fachabteilungen zusammen. Zum Angebot gehören die Erhebung des Ernährungsstatus, die Beratung zu Ess- und Trinkgewohnheiten sowie die individuelle Begleitung von Patientinnen und Patienten mit bestehender Mangelernährung oder einem entsprechenden Risiko. Auf Wunsch werden auch Angehörige einbezogen. Bei Bedarf wird zudem die weitere Versorgung nach dem Krankenhausaufenthalt vorbereitet. 

„Ernährung ist eine wichtige unterstützende Therapie bei der Behandlung verschiedener Krankheitsbilder. Es geht nicht einfach darum, mehr zu essen, sondern durch den möglichst frühen Beginn einer gezielten Ernährungstherapie den Konsequenzen einer nicht behandelten Mangelernährung entgegenzuwirken“, so Buchhart.

Die Malnutrition Awareness Week steht 2026 unter dem übergeordneten Anliegen, Mangelernährung stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und Prävention, Diagnostik und Behandlung zu verbessern. Die Aktionswoche richtet sich nicht nur an Fachkräfte, sondern auch an Betroffene, Angehörige und die Öffentlichkeit. 

Das AMEOS Klinikum Aschersleben möchte deshalb dazu ermutigen, Veränderungen beim Essverhalten und ungewollten Gewichtsverlust nicht als unvermeidliche Begleiterscheinungen des Alters oder einer Erkrankung hinzunehmen. Wer frühzeitig hinsieht und Unterstützung sucht, kann dazu beitragen, die Versorgung und Lebensqualität Betroffener zu verbessern.

 

Foto: AMEOS 
BU: Ernährungstherapeut Andreas Buchhart ermutigt Patientinnen und Patienten aktiv das Thema Ernährung beim Aufenthalt in Krankenhäusern anzusprechen.

 

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