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Eine Schwangerschaft ist keine Krankheit, den Spruch haben Sie bestimmt schon gehört. Und es ist auch richtig: Ihr Körper ist sehr gut dafür ausgerüstet, ein Kind wachsen zu lassen und zu gebären. Und doch ist eine Schwangerschaft ein gewaltiger Kraftakt, bei dem Sie sich selbst unterstützen können. Zudem gibt es Dinge, die Ihnen und vor allem dem ungeborenen Kind schaden können. Lesen Sier hier, was Sie für eine gesunde Schwangerschaft tun können.

Es gibt Lebensmittel, die dem ungeborenen Kind und / oder Ihnen schaden können. Hier finden Sie eine Liste mit problematischen Lebensmitteln und Inhaltsstoffen, die Sie während der Schwangerschaft reduzieren, meiden oder komplett weglassen sollten.

  • Rohes Fleisch (Tatar, Mett, Carpaccio), Rohwurst (Tee/Mettwurst), Rohschinken und rohe Pökelfleischprodukte (Kassler, Rauchfleisch): hier könnten Toxoplasmoseerreger enthalten sein.
  • Rohe Eier und Speisen, die rohe Eier enthalten(Tiramisu): wegen möglicher Salmonellen meiden.
  • Rohe Milch und Rohmilchprodukte wie Schnitt- und Weichkäse: wegen möglichem Listerienbefall meiden. In Deutschland muss Rohmilchkäse gekennzeichnet sein. Fragen Sie an der Käsetheke oder schauen Sie bei abgepacktem Käse auf das Etikett. Die meisten deutschen Käsesorten werden aus pasteurisierter Milch hergestellt. Pasteurisierte und ultrahocherhitzte Milch sind unbedenklich. Hartkäse ist unbedenklich.
  • Roher Fisch (Sushi) und geräucherter Fisch (Räucherlachs) sind wegen Listerien zu meiden.
  • Alkohol: Auf Alkohol sollten Schwangere komplett verzichten, da Alkoholkonsum zu einer Schädigung des Embryos führen kann (Alkoholembryopathie). Für Alkohol gibt es keinen Schwellenwert. Es gilt 0,0 Promille.
  • Koffein: Maximal 300 mg Koffein/Tag sind unbedenklich – dies entspricht drei Tassen Kaffee oder sechs Tassen schwarzen Tees. Es gibt jedoch auch Studien, die nahelegen, dass sich täglicher Koffeinkonsum schädlich auf das Geburtsgewicht auswirken kann. Von koffeinhaltigen Energydrinks wird abgeraten.

Eisen

Eisen ist wichtig für die Blutbildung, Schwangere haben deshalb einen deutlich erhöhten Eisenbedarf. Die empfohlene Eisenzufuhr während der Schwangerschaft beträgt 30mg/Tag. Dies kann normalerweise durch eine gesunde Misch-Ernährung gedeckt werden. Die Möglichkeit, Eisen aus der Nahrung aufzunehmen, ist in der Schwangerschaft erhöht.

Die Aufnahme des Eisens wird durch gleichzeitigen Konsum von Vitamin-C-haltigen Nahrungsmitteln (Obst- und Fruchtsäfte, Paprika) gefördert. Kaffee, Schwarztee, Milch und Magnesium hemmen die Eisenaufnahme. Eisenhaltige Nahrungsmittel sind: Fleisch, Eier, Vollkornprodukte, Haferflocken, Hülsenfrüchte, Nüsse, Mandeln, Himbeeren, Möhren, schwarze Johannisbeeren, Zuckerrübensirup und alle „roten“ Säfte.

Die routinemäßige Supplementation mit Eisenpräparaten oder eisenhaltigen Mikronährstoffpräpartaten ohne Bestimmung des Eisenstatus ist nicht zu empfehlen. Dies gilt vor allem in der Schwangerschaft.

Die Bestimmung des Hb wird im Rahmen der Schwangerschaftsbetreuung routinemäßig durchgeführt. Bei auffälligen Werten wird in der Regel das Serumferritin bestimmt, um eine Eisenmangel-Anämie in der Schwangerschaft festzustellen. Bei Bedarf werden Ihnen für Sie passende Eisenpräparate verschrieben.

Vitamine

Der Vitaminbedarf ist während der Schwangerschaft und Stillzeit erhöht (je nach Vitamin bis 100% höher). Gemüse und Obst sind wichtige Vitamin- und Mineralstofflieferanten. Um den erhöhten Bedarf zu decken, braucht es drei Portionen Gemüse oder Salat oder Gemüsesaft und zwei Portionen Obst oder Fruchtsaft täglich. Obst, Gemüse und Salate gründlich waschen und möglichst bald verzehren.

Multivitaminpräparate

Folgende Risikosituationen bedürfen einer angepassten Mineralstoff- und Vitaminsupplementation:

    Einseitige Ernährungsgewohnheiten
    Veganismus
    Untergewicht
    Teenager in Schwangerschaft und Stillzeit
    Rasch aufeinander folgende Schwangerschaften/Stillzeit
    Mehrlingsschwangerschaften und Stillzeit
    Suchterkrankungen

Multivitaminpräparate sollten Sie nur nach Rücksprache mit Ihrem Frauenarzt einnehmen, denn eine Überversorgung mit künstlich hergestellten Vitaminen kann dem Ungeborenem schaden.

Folsäure

Folsäure ist die synthetisch hergestellte Form eines Vitamin B und ist wichtig für Wachstumsprozesse, Zellteilung und Blutbildung. Folsäute hilft, Neuralrohrdefekten beim Kind vorzubeugen. Sie ist deshalb vor allem am Anfang der Schwangerschaft wichtig. Schwangere benötigen etwa 450 µg Folat pro Tag. Blattgemüse wie Spinat und Salate, Tomaten, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse, Orangen, Sprossen und Weizenkeime sowie Kartoffeln, Leber und Ei liefern reichlich Folat.

Unabhängig von der Ernährung sollten Frauen mit Kinderwunsch sowie Schwangere im ersten Drittel der Schwangerschaft ein Präparat mit 400 µg Folsäure einnehmen.

Jod

100 -150 ug Jod sollten täglich während der gesamten Schwangerschaft eingenommen werden. Bei bekannten Erkrankungen der Schilddrüse nur auf ärztlichem Rat.

Sowohl Unter- als auch Übergewicht können ein Risikofaktor für die Entwicklung Ihres ungeborenen Kindes sein. In Abhängigkeit von dem eigenen BMI zu Beginn der Schwangerschaft gibt es Empfehlungen für eine normale Gewichtszunahme in der Schwangerschaft.

BMI

Gewichtszunahme in der Schwangerschaft

<18.5 kg/m2

12.5 to 18.0 kg

18.5 to 24.9 kg/m2

11.5 to 16.0 kg

25.0 to 29.9 kg/m2

7.0 to 11.5 kg

≥30.0 kg/m2

5 to 9.0 kg

 

Beim Haare Färben, vor allem bei der dauerhaften Anwendung, ist es nicht völlig auszuschließen, dass über die Kopfhaut geringe Mengen gesundheitsschädlicher Substanzen in den mütterlichen Blutkreislauf gelangen. Um sicher zu gehen, empfehlen wir Ihnen, in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft nur Naturfarben zu verwenden. Beim Färben von einzelnen Strähnchen ist der Kontakt mit der Kopfhaut und das Risiko einer Übertragung als sehr gering zu betrachten.

Generell wird allen Erwachsenen, auch Schwangeren, mindestens 30 Minuten sportliche Aktivität am Tag an allen oder an den meisten Tagen der Woche empfohlen.

In einer gesunden Schwangerschaft spricht absolut nichts gegen regelmäßige sportliche Betätigung, im Gegenteil. Es wirkt sich in vielerlei Hinsicht positiv auf Ihre Gesundheit und damit die Ihres Kindes aus.

Sport kann:

  • eine Zuckererkrankung (Diabetes) günstig beeinflussen
  • Ihre emotionale Stimmung und das generelle Wohlbefinden verbessen
  • Ihren Schlaf verbessern
  • typische Schwangerschaftsbeschwerden wie Verstopfung, Blähungen, Schwellungen der Beine und Rückenbeschwerden lindern

Welche die richtige Sportart ist, hängt vom Verlauf der aktuellen oder vorhergehender Schwangerschaft ab und davon, wie ihr Trainingszustand vor der Schwangerschaft war.

In der Regel sind Walken und Schwimmen zwei als unproblematisch anzusehende Sportarten in der Schwangerschaft. Aktivitäten, bei denen man leicht stürzen kann oder der Bauch einen Stoß bekommen kann, sollten Sie vermeiden. Hierzu gehören Reiten, Skifahren, Hockey usw.

Viele Sportstudios, Yogastudios, Geburtshäuser und Hebammen bieten Kurse direkt für Schwangere an.

Folgende Dinge sind zu beachten:

  • Liegen Sie nach dem 3. Schwangerschaftsmonat nicht flach auf dem Rücken.
  • Steigern Sie die körperliche Belastung langsam.
  • Keine sportliche Aktivität bei sehr warmen Wetter.
  • Trinken Sie ausreichend Wasser.
  • Tragen Sie einen BH.

Bei folgenden Symptomen sollten Sie Ihren Arzt/in oder Ihre Hebamme aufsuchen:

  • Blutung aus der Scheide
  • Atemnot
  • Schwindel
  • Kopf- oder Brustschmerzen
  • Wehen
  • Blasensprung
  • Beine schwellen an, schmerzen, röten sich oder fühlen sich warm an
  • Nachlassende Kindsbewegungen

Die Belastung sollte stets so sein, dass Sie nicht außer Atem geraten und sich stets während der Belastung einfach unterhalten können.

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